Galerie Peter Herrmann
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Alte Kunst aus Afrika
 
161 Bronzemonument
 
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83 Kupferdose
 
Gefaes Leoparden gr 1

Linie
Thermolumineszenz-Expertise Gefäß
Ex 01H060426

Benin, Nigeria
Bronze
+- 230 Jahre alt
H 26 cm

Abgebildet im Netz seit April 2026
Gefaes mit Leoparden 2
Linie
Erläuterung

Dieses Behältnis fällt mit einem Alter der Herstellung um 1800 noch in den Zeitraum vor, sehr grob postuliert, etwa 1850, als Metalle in Westafrika preisgünstiger wurden, was mit Schiffen und Metallschrott zu tun hat. Vor dieser Zeit war gussfähiges Metall extrem teuer. Es wurde in speziellen Legierungen aus Europa importiert. Schon Felix von Luschan, der Direktor des Berliner Völkerkundemuseums recherchierte um 1900 im Hamburger Hafen nach Menge und Beschaffenheit der Exporte, deren vorwiegende Ursprünge wohl in Tirol und dem heutigen Saarland lagen. Schon die Fugger waren über den Verkauf an Portugiesen an dem Handel nach Benin beteiligt.

Vor dem 16.Jahrhundert wurden Legierungsanteile aus Westasien durch die Sahara transportiert. Der Buntguss, wie die Bronzen korrekt beschrieben heißen, gelangte in etwa dem 7. oder 8. Jahrhundert bei den Ibo im heutigen Nigeria zur weiteren Verarbeitung an. Es gibt sogar vorsichtige Hinweise, das China schon weit vor dem 16. Jahrhundert am Metallhandel in Afrika beteiligt war.

Die neuerdings als spektakuläre Entdeckung durch die Presse geisternde Tatsache, dass Deutschland an der Herstellung der „Benin-Bronzen" und somit am Sklavenhandel beteiligt gewesen sei, ist ein Produkt woke-femininer Strategien als Nachweis dafür, dass sie auch was tun würden. Dieser kleine Ausflug durch die Geschichte soll andeuten, warum der Wert der Metalle für den so genannten verlorenen Guss ein extrem teurer Luxus war, der zeitweise mit dem Goldpreis konkurrierte.

Gefaes Leoparden gr 3

Portugiesen und Leoparden sind Ausdruck von Macht und haben deshalb einen hohen Stellenwert in der Mythologie Benins. In welchem Bezug sie zu dem im Gefäß gelagerten Inhalt stehen, weiß europäische Forschung nicht. Die derzeitige Kooperation zwischen Deutschland und Nigeria besteht hauptsächlich aus zwei Forschungsgegenständen. Welche Quittungen und Rechnungen finden sich in den alten Buchhaltungen. Das nennt man Provenienzforschung. Von nigerianischer altmonarchischer Seite steht im Vordergrund, auf welche Objekte mit Museumsprovenienz noch irgendwie Anspruch zu erheben möglich ist. Hier entsteht eine wissenschaftliche Reibungsfläche, weil eigentlich die Quittungen besagen, dass all diese Objekte käuflich erworben wurden. Man verbleibt also an der Oberfläche mit Phrasen und nebulösen Andeutungen und nicht dabei, was eigentlich diese seltsamen, Schellen ähnlichen Verzierungen an dem Gefäß bedeuten.

Ein weiterer, wichtiger Punkt der Betrachtung ist der, dass die inhaltliche Forschung, die natürlich vorrangig Angelegenheit Nigerias ist, extrem negativ von deutscher Seite beeinflusst wird. Dort, wo Mittel fließen, bewirbt sich der opportune Geist. Bei näherer Beschäftigung mit dem Thema Resitution stößt man auf extreme Korruption. Ausgehend von deutscher Seite, nicht von nigerianischer. Das ist wichtig zu betonen.

Die für Bronzen der Benin-Kultur typischen Verzierungen von Flechtbändern, angeschnittenen Kreisen und Punkten wurden bisher auch nur als gegeben betrachtet. Weiter interessant an diesem Kunstwerk sind vier Ösen am Behälter und zwei an dem Deckel mit dem Leoparden. Sie weißen darauf, dass dieses Gefäß für eine Veranstaltung getragen wurde und dafür der Deckel fixiert werden konnte.

Am Boden des Gefäßes entstand ein Loch durch Korrosion. Ansonsten gibt es keine Beschädigungen


Gefäß Leoparden gr 4


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