Extrem gut erhaltene, gepflegte Büste, etwa 1440 gegossen. Die Patina ist gleichmäßig gewachsen und zeigt keine Abriebspuren. Die Büste hat für ihr Alter erstaunlicherweise keinerlei Beschädigung, weshalb sie wohl zu den bedeutendsten Arbeiten der südnigerianischen Gieß-Kultur gehört.
Interessant unter kunsthistorischen Aspekten ist auch die Wiederholung des idealisierten Motivs, das sich bis in die Gegenwart zieht. Ein Beispiel aus dem 19. Jahrhundert ist auf der vorigen Seite zu sehen, das die Galerie 2007 in einer Ausstellung in Berlin zeigte. Die Altersunterschiede die sich durch die Laboruntersuchungen ergeben, sind ein Verweis darauf, dass noch vieles unerforscht ist. Schon damals hatte die Mitarbeiterin der Galerie, Dorina Hecht, von der der damalige Text stammt, auf das 14. Jahrhundert verwiesen, wo dieses Motiv nach ihrer Recherche wohl erstmals auftauchte.
Der Erwerb dieser Büste ist deshalb als ein Glücksfall zu betrachten. Traditionelle Würdezeichen wie das Widderhorn in der linken und das Zepter mit einer geballten Faust in der rechten Hand wurden über Dynastien weitergegeben und sind in der Wiederholung beispielsweise mit dem Apfel in den westeuropäischen Monarchien zu vergleichen.
Die Krone mit Korallenreifen und aufwendiger Rosette, Perlenketten sowie der Schmuck auf der Brust dieser Figur, gelten ebenfalls als Zeichen der hierarchischen Würde und deuten auf eine bedeutende Persönlichkeit aus Ife. |